Archiv für den Monat: März 2010

Bangladesh – das Armenhaus Asiens

Der südasiatische Staat Bangladesh hat eigentlich eine relativ junge Geschichte. Sie begann erst 1947, als Bangladesh aufgrund seiner muslimischen Bevölkerungsmehrheit von Indien abgespalten wurde, um zunächst unter der Bezeichnung „Ost-Pakistan“ zu Pakistan zu gehören und nach dem Bangladesh-Krieg im Jahre 1971 schließlich seine Unabhängigkeit zu erlangen.

Das flächenmäßig kleine Land reicht im Süden bis an den Golf von Bengalen und wird ansonsten von Indien umschlossen – nur im äußersten Südosten grenzt es an Myanmar. Das Klima zeigt sich tropisch und regenreich, wobei die Niederschläge von Westen nach Osten zunehmen. Diese sind auf den Südwest-Monsun zurück zu führen, der sich nicht selten zu tropischen Zyklonen über dem Meer auswächst, welche zu Überflutungen der Küste und zu Überschwemmungen im weiträumigen Delta-Bereich der Flüsse Ganges, Meghna und Brahmaputra führen.

Wäre die ursprüngliche Waldvegetation noch vorhanden und jene Fläche nicht umfassend in Ackerland umgewandelt worden, so würde die zerstörende Wirkung der Wassermassen eingedämmt und insbesondere die tief liegende Hauptstadt Dhaka hätte noch einen gewissen Schutz. So jedoch leidet das nur 144.000 Quadratkilometer große Land sehr oft unter Flut-Katastrophen – und gilt dadurch mit seinen 153 Millionen Einwohnern noch immer als eines der ärmsten Länder dieser Erde.

Die hohe Geburten- und Analphabeten-Rate ist ohnehin das größte Problem Bangladeshs – und lässt es weiterhin ein Entwicklungsland sein, auch wenn sich die gesundheitliche Versorgung und die Bildungsmöglichkeiten inzwischen verbessert haben und die Wirtschaft auf solidem Wachstumskurs ist.
Zwar versorgt die Landwirtschaft (insbesondere mit dem Anbau von Produkten wie Reis und Jute, aber auch Weizen und Mais, Zuckerrohr und Tee) gut die Hälfte aller Erwerbstätigen, jedoch sind die Industrie und der Dienstleistungssektor eindeutig auf dem Vormarsch.